Agiles Arbeiten:
Was bringt LEGO SERIOUS PLAY?

Was ist dran an dieser neuen Methode, mit der Firmen künftig Strategien formulieren, Probleme lösen und Teamprozesse durchführen sollen?  Im Artikel beschreiben wir, wie dieser moderierte Prozess funktioniert und was er bringt. Spielerisch mit LEGO-Steinen modellieren und dabei ernsthafte Probleme der Geschäftswelt lösen? Da ist erstmal eine gesunde Skepsis angesagt. Impressionen aus einem Workshop der IHK Essen am 04.06.2019 zum Thema.

Workshop zu LEGO SERIOUS PLAY im Camp-Essen

 

 

 

 

Trotz bestem Sommerwetter mit 28°C sind die Plätze für den Workshop ausgebucht. Über 15 Teilnehmer wohnen dem heutigen Workshop bei. Sie stellen sich vor: Es handelt sich um Geschäftsführer von kleinen und mittleren Firmen, um ausgebildete Ingenieure, Designer, Pädagogen. Zusammen sitzen sie an einem großen Gruppentisch. In der Mitte liegen Baukästen mit LEGO-Steinen. LEGO? Die meisten von uns verbinden die an erster Stelle mit ihrer Kindheit. Heute kommen die bunten Plastiksteine im Business-Bereich zum Einsatz.

Die Geschichte von LEGO SERIOUS PLAY

 

 

 

 

Die Methode wurde 1996 von LEGO für interne Strategie- und Innovationsprozesse entwickelt. Nach eigenen Angaben konnte das Unternehmen dadurch schnell Erfolge verzeichnen. Seit 2010 ist die Methode auch öffentlich nutzbar. LEGO hat spezielle Baukästen für Firmen und Organisationen entwickelt. Ein Workshop wird immer von zertifizierten Moderatoren durchgeführt. Die Bezeichnung „SERIOUS PLAY“ ist hier Programm – jeder Workshop wird genau geplant und durchstrukturiert. Es geht um die Bearbeitung von Business Themen nach festgesetzten Regeln. Im Vordergrund stehen vorab festgelegte Fragestellungen der Firmen. Die Teilnehmer stellen sie mithilfe der Bausteine als bunte Szenarien dar, von LEGO „Metaphern“ genannt. Gleiches gilt für die Problemlösungen. Was erstmal gewöhnungsbedürftig klingt, soll wissenschaftlich fundiert sein. Neurobiologisch nachgewiesen ist, dass Hand und Gehirn eng miteinander verbunden sind. Beide kommen in LEGO SERIOUS PLAY zusammen. Dadurch wird unterbewusstes Wissen offengelegt, und es kommen intuitivere Antworten zutage, als dass dies durch bloßes Nachdenken der Fall wäre. Das spielerischere Element motiviert und ermuntert die Teilnehmer, auch bislang Unausgesprochenes aufs Trapet zu bringen. Der Vorteil: Die Teilnehmer gewinnen ein gemeinsames Verständnis eines Problems. Letztlich sind die LEGO-Bausteine sind also nichts anderes als Katalysatoren, die helfen, Gefühle, Befindlichkeiten oder Ideen und Visionen auf den Tisch zu legen.

Wie die Methode genau funktioniert

 

 

 

 

LEGO SERIOUS PLAY besteht aus mehreren Bauphasen, die ich im Workshop begleiten durfte.

Zuerst stellt der Moderator die Methode vor und klärt offene Fragen. Um ihre Funktionsweise anschaulicher zu machen, hat er eine vorgefertigte Fragestellung mitgebracht: „Wie kann Ihre Abteilung Vertrauen in die Digitalisierung aufbauen?“

Warmup. Sanfter Einstieg in die Methode

Für alle im Workshop ist die Methode neu. Viele sind skeptisch. Deshalb dient die erste Bauphase als Warm-Up und Einstieg. Die erste Aufgabe: Einen hohen – und schiefen – Turm zu bauen – in nur 5 Minuten. Die Teilnehmer zögern kurz, bauen dann aber schnell drauf los. Mehrere Bauwerke entstehen, die jeder anschließend erklärt. „Ich habe einfach nur drauf los gebaut und mir nicht viel dabei gedacht“ so ein Teilnehmer. Ein anderer hingegen hat ein Ereignis aus seinem Leben dargestellt.

Ein Vorteil: Durch den spielerischen Austausch wird viel geredet und gelacht. Und das, obwohl die Teilnehmer sich untereinander nicht kennen.

Jedes Team erarbeitet eine Abteilungs-Lösung

In der zweiten Phase geht es um die eingangs formulierte Fragestellung. „Wie kann Ihre Abteilung Vertrauen in die Digitalisierung aufbauen?“ Die Teilnehmer werden in sechs Teams aufgeteilt (Team Geschäftsführung, Team Finanzen und Personal, Team Marketing, Team IT-Administration, Team Logistik, Team Qualitätssicherung) und erarbeiten je ein gemeinsames Modell, das die Antwort ihrer Abteilung auf die Frage darstellt. Es ist lebhaft im Raum, in den Teams wird viel gelacht und diskutiert. Endlich sind die Modelle fertig. Jede Abteilung erklärt ihr Machwerk und stellt es zur Diskussion.

Wie lautet eine Lösung für die gesamte Organisation?

Die dritte Bauphase hat ein ehrgeiziges Ziel. Die einzelnen Teams sollen ihre Abteilungs-Modelle in ein Gesamtmodell zusammenfassen. Dazu werden z.B. Treppen symbolisch von einem Modell zum anderen gelegt.  Das Vorgehen zeigt gut, wie Lego Serious Play im Kern funktioniert: Aus den Modellen einzelner Gruppen entsteht ein Organisationsmodell, bei dem alle Lösungsvorschläge in einen einzigen münden.

Reflektion. Ist das Ganze mehr als die Summe der Teile?

Was ist jetzt der Mehrwert? In der abschließenden Aufarbeitung wird deutlich: Es geht darum, die verschiedenen Blickwinkel einzelner Teilnehmer zu einer Gesamtsicht auf das Problem zu vereinen. Laut LEGO werden so gewohnte Denkmuster aufgebrochen. Der Fokus liegt darauf, Lösungen für Probleme zu erarbeiten – indem sie aus den Köpfen herausgelöst und ganz praktisch in Form von LEGO-Bausteinen auf den Tisch gebracht werden.

Kritisch betrachtet: Was bringt das?

 

 

 

LEGO SERIOUS PLAY ist als Methode erst einige Jahre auf dem Markt. Als agiles Toolset erfährt sie Zustimmung auf breiter Front. Kurz gesagt: Sie passt in den aktuellen Zeitgeist. Wir fragen kritisch nach: Welchen Nutzen hat eine solche Methode konkret für den Betriebsalltag? Dazu haben wir einen Workshop-Teilnehmer befragt. Philipp Süß ist Maschinenbauingenieur und Inhaber von Süß & Friends. Die Konstuktionsfirma richtet Prozesse und Betriebsabläufe auf die digitale Fertigung aus.

„Ich habe schon oft von der Methode gehört, und es hat mich interessiert, zu schauen: Was ist das überhaupt? Man hört davon und kann nicht richtig fassen, was man mit so einer Methode anfangen kann“, so Philipp Süß. Sein Ingenieurbüro ist spezialisiert darauf, mit digitalen Fertigungsverfahren wie 3D-Druck für Kunden technische Bauteile, wie Maschinenkomponenten oder Montagevorrichtungen zu erzeugen. Dafür arbeitet das Büro mit verschiedenen Abteilungen eines Kunden zusammen. „Wir kommunizieren in dem Prozess interdisziplinär zu technisch anspruchsvollen Themen. Für diesen Einsatz finde ich die Idee von LEGO SERIOUS PLAY gut“, meint Süß.

„Ich finde die Methode sinnvoll, weil Fragen in so einer großen Gruppe auf einfache Art verbalisiert werden. Wenn man über komplexe Themen spricht, ist es sehr wertvoll, diese greifbar zu machen. Es geht nicht darum, ein perfektes Modell zu entwickeln. Sondern eine Art gemeinsamer Gesprächsgrundlage zu schaffen, Beziehungen und Strategien darzustellen. Das war mir vorher gar nicht so bewusst.“

„Ich glaube, die Methode ist gut, um einen ersten Einstieg zu erhalten. Bei den Problemen, die wir bearbeiten, geht es oft um eine technische Lösung. Bei der hängt vieles vom ersten Konzept ab. Es ist wichtig, mit allen Beteiligten eine grobe Marschrichtung zu entwickeln. Ziel der Methode ist nicht die Detaillösung. Das Ergebnis ist offen und abstrahiert“, sagt Philipp süß. Er gibt zu denken, dass viele im Business eine gesunde Skepsis gegenüber der Methode mitbringen werden. Sinn mache Lego Serious Play nur, wenn die Teilnehmer sich auch tatsächlich darauf einlassen.

„Mit LEGO SERIOUS PLAY ist man noch weit davon entfernt, eine fertige Lösung zu haben. Dafür ist die Methode aber auch nicht gedacht“, so Süß. Sondern: Für ein gemeinsames Bild auf die grobe strategische Richtung, auf Erwartungen, Bedürfnisse und Ziele verschiedener Gruppen. „Ich finde die Idee gut, aber irgendwo fehlen mir am Ende noch die 20%, die es wirklich konkret machen“, rundet Philipp Süß seine Einschätzung auf die Methode ab.

Was heißt das für Sie als Inhaber? Ein Fazit

 

 

 

 

LEGO SERIOUS PLAY wirkt wie ein Maßnahme zum Team-Building. Die Teilnehmer kommen sehr leicht ins Gespräch und arbeiten als Team an einer Aufgabe. Positiv ist: Introvertierte Mitarbeiter kommen dadurch leichter zu Wort. Eine gemeinsame „Sprache“ entsteht und beugt späteren Missverständnissen vor.

Aber: Ist die Methode geeignet, wenn es um tiefgreifende Probleme im Unternehmen geht? Wenn sehr konkrete Lösungen gesucht werden? Die Macher von LEGO SERIOUS PLAY bejahen das: In ihrer Sicht bringen alle Mitarbeiter mithilfe der Methode ihre Erwartungen, Wünsche und Gefühle ein und kommen gemeinsam zu einer Lösung. Wir sind da skeptisch. Aus unserer Sicht ist LEGO SERIOUS PLAY geeignet, um einen Einstieg in ein Thema zu schaffen. Aber auch das nur, wenn sich die Mitarbeiter darauf einlassen. Geht es aber um tiefergehende Probleme im Betrieb, bleibt aus unserer Sicht nur der „harte“ Weg, wie er bislang bereits in Firmen praktiziert wird. Nämlich: Konflikte auf den Tisch bringen, die Beteiligten zusammenholen, klare verbindliche Lösungen verabreden. Und nachhalten, ob sich alle daran halten.

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Kunden Beispiele

Ich staune noch heute, mit welcher Klarheit uns Paula Brandt innerhalb kurzer Zeit zu unserem neuen Geschäftsmodell geführt hat. Sie scheint die Fähigkeit zu haben, in alles Strukturen hereinzubringen.

CEO, Infrastruktur Beratung

Das Allerwichtigste? Wir haben unsere KPIs endlich erreicht. Aber ehrlich gesagt war mir das Feedback einer meiner Führungskräfte noch wichtiger: ‚Sie haben die Herzen der Mitarbeiter erreicht.‘ Jemals dahin zu kommen hätte ich vor den Sparring-Sitzungen mit Paula Brandt ganz bestimmt nicht erwartet.

Geschäftsführer, Auslandsniederlassung Technologie-Konzern

Endlich mal nicht so ein Kästchenmaler. Paula Brandt hebt sich angenehm von anderen Strategieberatern ab, weil sie 100% Pragmatismus mitbringt. Aus meiner Sicht hat sie eine Alleinstellung.

Geschäftsführer, Maschinenbau-Unternehmen

Ich bedanke mich für die angenehme Zusammenarbeit mit Ihnen. Es war nicht nur fachlich zielführend, sondern auch eine Bereicherung, Sie als Persönlichkeit kennen gelernt zu haben.

Vertriebsleiter, Rechenzentrum

Ihr direkter Draht zu uns

Zeche Zollverein Katernberger Straße 107 45327 Essen

Phone: +49 201 299 799 88

Web: www.paula-brandt.de

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Über die Autorin:
Tatjana Guseva ist bei der Go for the 100-Beratung zuständig für Marketing. Zu ihren Aufgaben zählt die Organisation von Events, die Betreuung des YouTube-Kanals sowie der Social-Media-Aktivitäten.

Tatjana Guseva, Mitarbeiterin Marketing

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2019-06-09T10:51:44+00:00

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