“Digital Leadership – so führen digitale Vorreiter” – so lautete das Thema vom 34. ComIn Talk am 18.11.2019 in Essen. Der Organisator Networker NRW hatte spannende Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft auf die Bühne gebracht. Knapp 60 Teilnehmer diskutierten im Anschluss an zwei Impulsvorträge rund um die Auswirkungen der Digitalisierung auf Führungsfragen – mit teilweise sehr engagierten Beiträgen. Lesen Sie im Artikel, warum es teilweise in der Diskussion hoch her ging.

Deutschland: Ein technologisches Dritte-Welt-Land?

 

 

 

Ist Deutschland mittlerweile technologisch gesehen ein Dritte-Welt-Land? Und: Wundern sich Studenten, die aus Laos in Nigeria kommen, tatsächlich heutzutage über unsere rückständige (IT-)Infrastruktur? Derartig kontroverse Diskussionsbeiträge standen beim 34. ComIn-Talk im Raum.

Nach der initialen Begrüßung durch Daniel Brans vom IT-Verband Networker NRW und Jochen Fricke von der Essener Wirtschaftsförderung gehörte die Bühne den Referenten. Eröffnet wurde der Reigen durch Prof. Dr. Frederik Ahlemann. Der Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsinformatik & strategisches Management an der Uni Dusiburg-Essen begeisterte mit “10 Thesen zur Auswirkung der Digitalisierung auf das Management von Unternehmen”. Er selber warnte bereits in der Eröffnung, dass sein Vortrag “überspitz und provokant” daherkomme, und entsprechend war das Feuerwerk, das er den gebannt lauschenden Teilnehmern vorsetzte.

Praktisch wurde es im darauffolgenden Impulsvortrag vom ehemaligen Communicode-Vorstand und heutigem CEO von foryourandyourcustomers, Axel Helbig. Er zeigte auf, wie die Digitalisierung auf sämtliche Ebenen eines Unternehmens, beginnend vom Datenbestand bis hin zum Endkunden, durchschlägt. Am Beispiel eines Bauhaus-Gebäudes machte er anfassbar, wie die Digitalisierung auf jeder einzelnen Etages ganz praktisch gestaltet werden kann.

Moderiert von Susanne Hegemann, ehemals selber beim Networker NRW tätig, wurde die anschließende Diskussionsrunde ergänzt um Heiko Dietz, geschäftsführendem Gesellschafter von neusta software development west und von der Journalistin und Coach Ute Korinth.

Detailblick: 10 provokative Thesen

 

 

Management in Trouble?

 

 

Professor Ahlemann brachte es mit klaren Worten auf den Punkt: Das Management heute ist mit der Digitalisierung überfordert. Denn: Kein Gehirn kann mit exponentieller Entwicklung standhalten. These 1.

Flankiert wird dies Dilemma von der erschütternden Ableitung, dass uns immer mehr und immer bessere Informationen leider kein Mehr an Sicherheit bringen – im Gegenteil, die Unsicherheit steigt. These 2.

Was heißt das für Unternehmen? Leider gibt es kein Zurück mehr: Das was mittlerweile als “disruptive Innovation” bekannt geworden ist, sprich: Bisheriges wird über Bord geworfen, ist nicht mehr aufzuhalten. Dies wird umso stärker, je mehr unser Leben digital wird. These 3.  Für das Management heißt es deshalb Umdenken. Die bisherige strategische Planung hat ausgedient, so deutlich formuliert es Professour Ahlemann in seiner 4. These. Und schiebt gleich hinterher: Die Hierarchie, wie wir sie in Unternehmen bisher kennen, ist tot. Nicht mehr und nicht weniger. Sie wird ersetzt durch neue Formen der Zusammenarbeit in Netzwerken und Schwärmen.

Die tragende Rolle dabei spielt die IT, und zwar in jedem Unternehmen ohne Ausnahme. Betriebliche Wertschöpfung ist von IT abhängig und von IT durchdrungen – so These 6.

Und wo bleibt der Manager von heute? Wenn er denn bleibt. Laut Professor Ahlemann ist er eine bedrohte Spezies. Die Zukunft wird von Entrepreneuren bestimmt. Sie und auch wir alle müssen uns auf einen neuen Alltag einstellen, in dem wir nicht mehr zwischen Arbeiten, Lernen und Leben unterscheiden (These 8).

Noch drastischer leitet Professour Ahlemann sein Schlußwort ein: Unter dem Titel “Der programmierte Niedergang” führt er aus, warum für viele heute etablierte Unternehmen der Niedergang schon besiegelt ist. Der Grund ist, dass sie nicht über die Fähigkeit verfügen werden, mit künftigen Wettbewerbern Schritt zu halten, die vielleicht heute noch nicht mal auf dem Markt sind.

Düstere Zeiten also für heutige Manager? Etwas Hoffnung gibt der Lehrstuhlinhaber in seiner Schlussthese. Wie so oft: “Es hängt davon ab” – in diesem Fall, ob die beschworene düstere Zukunft so für die Unternehmen anbrechen wird. Was die Firmen in unserem Land mehr denn je brauchen ist Schnelligkeit, Flexibilität und Lernfähigkeit. Er betitelt das mit den Worten “Mit Richtungswechseln bei voller Fahrt zum Erfolg” – sprich: Nur diese Kernkompetenzen brauchen Manager künftig noch.

Fazit: Quo vadis Management?

Die hitzige Diskussion im Anschluss an die Podiumsrunde zeigt: Viele Teilnehmer wollen diesen negativen Ausblick auf die Zukunft (noch) nicht gelten lassen. Einig sind sich alle, dass in Punkto Ausbau von Infrastruktur und Technologisierung einiges geschehen muss, sei es in Schulen, Universitäten oder in Unternehmen. Viele sehen die Politik in der Pflicht. Es gibt aber auch Hoffnung: Zwar mögen Firmen in Singapur technisch überlegen sein. In Deutschland aber gibt es weit über 1.000 hidden champions – vielleicht kann unsere mittlerweile angestaubt wirkende Ingenieurskunst von einst doch nochmal glänzen? Wie wäre es denn mit einem Exportschlager “mittelständisches deutsches Werteverständnis”?

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Kunden Beispiele

Ich staune noch heute, mit welcher Klarheit uns Paula Brandt innerhalb kurzer Zeit zu unserem neuen Geschäftsmodell geführt hat. Sie scheint die Fähigkeit zu haben, in alles Strukturen hereinzubringen.

CEO, Infrastruktur Beratung

Das Allerwichtigste? Wir haben unsere KPIs endlich erreicht. Aber ehrlich gesagt war mir das Feedback einer meiner Führungskräfte noch wichtiger: ‚Sie haben die Herzen der Mitarbeiter erreicht.‘ Jemals dahin zu kommen hätte ich vor den Sparring-Sitzungen mit Paula Brandt ganz bestimmt nicht erwartet.

Geschäftsführer, Auslandsniederlassung Technologie-Konzern

Endlich mal nicht so ein Kästchenmaler. Paula Brandt hebt sich angenehm von anderen Strategieberatern ab, weil sie 100% Pragmatismus mitbringt. Aus meiner Sicht hat sie eine Alleinstellung.

Geschäftsführer, Maschinenbau-Unternehmen

Ich bedanke mich für die angenehme Zusammenarbeit mit Ihnen. Es war nicht nur fachlich zielführend, sondern auch eine Bereicherung, Sie als Persönlichkeit kennen gelernt zu haben.

Vertriebsleiter, Rechenzentrum

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