#gamechanger

Manchmal elektrisieren mich Startups- wie Batsch Verfahrenstechnik. Die Inhaberin Christine Batsch hat eine Mission: Wenn wir auf diesem Planeten weiterleben wollen, geht das nur mit nachhaltigem Wirtschaften. Mit ihrem Team bereitet sie seit 2014 in modernen Destillationsanlagen Lösemittel auf, die z.B. bei der Autolackierung und anderen Fertigungsprozessen anfallen. In manchen Ländern werden diese Lösemittel mangels Alternativen einfach “hinter den Zaun” gekippt und verschmutzen so die Umwelt. Das hat mit der Technik von Batsch ein Ende.

Im neuen Post stelle ich den Ansatz von Christine Batsch vor – “die Lösemittel-Aufbereiterin”.

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“Ich werde der Nachwelt nicht meinen Dreck hinterlassen.”

Schon als Kind hat Christine Batsch diesen Vorsatz für sich gefasst. Aufgewachsen als Tochter eines selbständigen Ingenieurs hat sie von kleinauf die Möglichkeiten der Verfahrenstechnik für die Lösung von Umweltproblemen kennengelernt.  Sie hat das bereits in ihrer Ausbildung zum Thema gemacht – ihre Masterarbeit hat sie im Libanon zu “integrated water resource management” geschrieben. Heute beschäftigt sie sich in ihrem Startup mit dem Lösemittel-Recycling als Maßnahme zum Grundwasserschutz.

So fällt z.B. bei der Lackierung einer Autokarosserie bis zu 4 Litern verschmutztes Lösemittel an. Bisher wurde zur Aufbereitung in erheblichem Umfang Wassr eingesetzt, das dann wieder als Nahrungsmittel fehlt. Mit den Anlagen von Batsch kann das Lösemittel jetzt getrennt werden – und ermöglicht den erneuten Einsatz fast in Neuware-Qualität. Das spart jede Menge C02, weil die Lösemitteln nicht mehr verbrannt werden.

 

Unendliche Möglichkeiten: China fragt bereits an

Aktuell verhandelt die Startup-Unternehmerin mit großen Automobilkonzernen im Inland und Kunden in China. Das Interesse der Industrie ist groß, weil ihr Verfahren nicht nur nachhaltig ist, sondern auch den Produzenten direkt Geld spart. Für ihre Idee hat Christine Batsch den zweiten Platz beim Gründerpreis NRW belegt und ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Ihr Traum: Irgendwann steht eine Destille von Batsch überall auf der Welt und trägt zur Aufbereitung von Lösemitteln bei. Sie plant hierfür ein Lizenzsystem wie bei McDonalds: Von Batsch kommen die Anlagen in gleichbleibender Qualität sowie der Support und das Knowhow zum Betrieb, der Kunde muss die Destille nur noch bei sich vor Ort aufstellen.

“Mit Öl an den Fingern die Pumpe wieder zum Funktionieren bringen.”

Warum Paula Brandt das Startup fördert: Es ist ein tolles Beispiel für Nachhaltiges Wirtschaften. Und die Ingenieurin Christine Batsch ist ein echtes Vorbild für Women in Tech. Sie kann selber noch Hand anlegen: “Dann installiere ich eben wieder selber die Pumpe und habe Öl an den Fingern”, erzählt sie mit leuchtenden Augen.

Fotos: Nachhaltige Aufbereitung von Lösemitteln

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Paula Brandt ist Expertin für Wachstumsfirmen. Sie begleitet Inhaber, die sich und ihr Unternehmen für die Zukunft aufstellen wollen. In diesem Blog kommentiert sie regelmäßig aktuelle Trends.

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