Christine, was ist dein WHY I CARE?

Batsch Verfahrenstechnik – Lösemittel-Recycling fast in Neuware-Qualität

„Gut auf dem Planeten weiterzuleben geht nur mit nachhaltigem Wirtschaften.
Schon als Kind war mir klar: Ich werde der Nachwelt nicht meinen Dreck hinterlassen.“
Christine Batsch, Inhaberin Batsch Verfahrenstechnik, Interview im Juni 2021

Manchmal elektrisieren mich Unternehmen – wie passiert mit Batsch Verfahrenstechnik. Ich habe die Inhaberin Christine Batsch erstmals bei einer Podiumsdiskussion getroffen und glaube seitdem daran, dass sich ihrgendwann ihre große Vision bewahrheitet: „Eine Destille von Batsch in jedem Gewerbegebiet – weltweit.“ Mit ihrem Team bereitet sie seit 2014 in modernen Destillationsanlagen Lösemittel auf, die z.B. bei der Autolackierung und anderen Fertigungsprozessen anfallen. In manchen Ländern werden diese Lösemittel mangels Alternativen einfach „hinter den Zaun“ gekippt und verschmutzen so die Umwelt. Das hat mit der Technik von Batsch ein Ende.

Family Business. Startup. Vor allem: innovativ

A

ufgewachsen als Tochter eines selbständigen Maschinenbaumeisters hat Christine Batsch von kleinauf die Möglichkeiten der Verfahrenstechnik für die Lösung von Umweltproblemen kennengelernt. Sie hat das bereits in ihrer Ausbildung zum Thema gemacht – ihre Masterarbeit hat sie im Libanon zu „integrated water resource management“ geschrieben. Heute beschäftigt sie sich in ihrem Startup mit dem Lösemittel-Recycling als Maßnahme zur Reduzierung von CO2 Emissionen in der industriellen Produktion. Ihr Vater ist nach wie vor auf dem Firmengelände mit einem eigenen Unternehmen ansässig, und beide profitieren vom gegenseitigen Austausch.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Besondere Organisation

  • 2021 Gründung der VES ECOTEC GmbH als Jointventure zur globalen Umsetzung der neuen Firmenziele
  • 2020Einstieg in den chinesischen Markt
  • 2019 Anmeldung des Patents für die Vakuumdestillationsanlage SLD 45 ExV
  • 2019 2. Platz Gründerpreis NRW
  • 2014Gründung der Ch.Batsch Verfahrenstechnik GmbH
  • 2011 Abschluss des Studiums der Integrated Water Ressources Management (M.Sc. TH Köln, Uni Jordanien)
  • 2009Abschluss des Studiums der Verfahrenstechnik und Anlagenbau (Dipl. Ing. TH Köln)

Anfänge als Familienunternehmen

  • 1989Auszeichnung des Umweltministeriums NRW
  • 1976 Gründung des Einzelunternehmens Jürgen Batsch Maschinenbau Apparatebau

Lösemittel-Recycling als Maßnahme…

…zur Reduzierung von CO2 Emissionen resultierend aus industriellen Reinigungsprozessen. Mit den Destillen von Batsch können verschmutzte Lösemittel meist wieder in Neuware-Qualität aufbereitet werden. Als Medium für Reinigungsprozesse gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Wasser oder Lösungsmittel. Die Menge Wasser, die benötigt wird, ist allerdings um ein Vielfaches größer als die Menge Lösungsmittel, die den gleichen Job erledigt. Zudem: Das eingesetzte Wasser muss mindestens Nahrungsmittelqualität haben. Damit stehen Reinigungsprozesse mit dem Menschenrecht auf Wasser in Konkurrenz. Lösungsmittel kann man quasi grenzenlos häufig anwenden und recyceln. Sie sind für industrielle Anwendungen entwickelt und hocheffizient.

  • spart CO2 ein

  • dahinter stehen mehrere Patente

  • war nominiert für den Gründerpreis NRW

  • mehrfach ausgezeichnet.

Erfolgsfaktor technisches Tiefenwissen

„Mit Öl an den Fingern die Pumpe wieder zum Funktionieren bringen.“
Die Ingenieurin Christine Batsch liebt Technik und hält mehrere Patente. Im Betrieb kann sie auch noch selbst Hand anlegen: „Dann installiere ich eben wieder selber die Pumpe und habe Öl an den Fingern“, erzählt sie mit leuchtenden Augen.

Die Mission von Christine Batsch

Bei der Lackierung einer Autokarosserie fallen bis zu 4 Liter verschmutztes Lösemittel an. Bisher gab es keine Recyclingtechnologie, die die hohen Ansprüche der Automobilbranche gerecht werden konnte. Mit den patentierten Anlagen von Batsch kann das Lösemittel jetzt aufbereitet werden – und ermöglicht den erneuten Einsatz fast in Neuware-Qualität. Das spart jede Menge C02, weil die Lösemitteln nicht mehr zur Entsorgung verbrannt werden müssen.

Unendliche Möglichkeiten: China fragt bereits an

Aktuell verhandelt die Startup-Unternehmerin mit großen Automobilkonzernen im Inland und Kunden in China. Das Interesse der Industrie ist groß, weil ihr Verfahren nicht nur nachhaltig ist, sondern auch den Produzenten direkt Geld spart. Für ihre Idee hat Christine Batsch den zweiten Platz beim Gründerpreis NRW belegt und war für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Ihr Traum: Irgendwann steht eine Destille von Batsch überall auf der Welt und trägt zur Aufbereitung von Lösemitteln bei. Sie plant hierfür ein Lizenzsystem wie bei McDonalds: Von Batsch kommen die Anlagen in gleichbleibender Qualität sowie der Support und das Knowhow zum Betrieb, der Kunde muss die Destille nur noch bei sich vor Ort aufstellen.

„Am Wichtigsten ist mir, dass wir mit kühlem Kopf an die Aufgabe herangehen, wo man CO2 einsparen kann. Wie können sich andere Industriegesellschaften genauso entwickeln, wie wir das tun? Ohne Umweltsünden begehen zu müssen?“

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

„Das Potenzial für CO2-Einsparung liegt nicht darin, dass man 1x die Woche einen Veggie Day in der Kantine macht, es liegt in den industriellen Prozessen.“

Erfolgsgeheimnisse

Trotz der Vergangenheit in Familienhand versteht Christine ihr Unternehmen als Startup in der neuen Technologie.

Was Batsch Verfahrenstechnik auszeichnet:

  • Innovative Verfahren in einer traditionellen Ingenieurs-Company
  • Anlagen als Product as a Service zu vermieten anstatt sie zu verkaufen ist ein relativ neues Konzept
  • Als kleine Company mit größten OEMs der Automobilbranche verhandeln
  • Bodenständigkeit eines Familienunternehmens mit Verankerung im Lokalen in Meckenheim bei Bonn
  • Die familiäre Unternehmenskultur.

Live erleben: Batsch Verfahrenstechnik in Bildern

Eine klassische deutsche Ingenieurscompany – und doch gleichzeitig ein Startup mit einer innovativen Technologie und einer großen Vision, das aus einem Familienunternehmen hervorgegangen ist. Und ein klares WHY I CARE von Christine Batsch zu nachhaltigem Wirtschaften und zur Kreislaufwirtschaft.

Interview

#Familie
In der Produktion

Wieso tritt eine Tochter in die Fußstapfen vom Vater?

„Einfach empowerment at its best.“

„Mein Vater war Zeit meines Lebens selbständiger Maschinenbaumeister. Er hat vier Töchter.

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie er damals von unserem kompletten Umfeld bemitleidet wurde: „Dann übernimmt ja niemand die Firma.“Diese Denke war so selbstverständlich und gesellschaftlich so verankert, dass dies auch immer frei vor uns Mädels gesagt wurde. Mein Vater ist kein Feminist. Vielleicht war es unser größtes Glück, nie einen Bruder gehabt zu haben, und so musste er ‘notgedrungen’ mit seinen Töchtern machen, was er vielleicht mit einem Sohn getan hätte. Wir haben gemeinsam Motorräder restauriert und gefahren, an Autos geschraubt, sind schon früh auf dem Gabelstapler gesessen und haben von Anfang an die Einstellung mitgegeben bekommen: Wenn man was will, muss man es sich bauen.Und wenn man was will, was es noch nicht gibt, muss man sich halt ausdenken, wie es gehen könnte.

Letztendlich sind drei der vier Töchter Ingenieure geworden. Nicht, weil wir ihm gefallen wollten. Es war für unser Empfinden nie ein typisch ‘männlicher’ Beruf. Es war einfach die Fortsetzung der Befriedigung der Neugier, die uns von klein auf nahegelegt wurde. Sachen verstehen, hinterfragen, anwenden und etwas Neues schaffen können.“
Christine Batsch, Batsch Verfahrenstechnik, Interview im Juni 2021

Adresse:

Ch.Batsch Verfahrenstechnik GmbH
Feldstraße 2
53340 Meckenheim

Telefon: 02225/5722

Bist du mit dabei?

Warum mache ich diese Initative? Damit soviele wie möglich das WHY I CARE dieser großartigen Unternehmer*innen hören und ihrem Beispiel folgen. Alleine hätte ich das Buch nicht machen können. Es ging nur durch all diejenigen, die es mitgetragen haben und mutig ihr Beispiel an die Welt zeigen. Ich wollte, ich hätte damals selber als IT-Unternehmerin von solchen Vorbildern lernen können.

Was ich dir hier zeige, ist nicht perfekt. Es geht nicht um einen durchgestylten Auftritt wie bei den Dirk Kreuters, Felix Thönessens und den Bauligs dieser Welt. Was du hier und auf den Unterseiten finden wirst, sind echte Bilder und Geschichten, mit denen wir gemeinsam zeigen wollen, dass wir etwas tun. Wir sind viele – wir sind Impact-Unternehmer*Innen von um die Ecke bei dir. Kein Unicorn, sondern bodenständig, anfassbar. Und wir werden immer mehr.

Willst du auch mitmachen? Dann melde dich bei mir und komme ins nächste Porträt.